
Die eingereichten Bewerbungen werden nach verschiedenen Kriterien bewertet, wobei die Bedeutung entsprechend der hier gewählten Reihenfolge abnimmt. Alle eingereichten Beiträge werden ganzheitlich betrachtet, das eine Projekt wird innovativer sein, das andere stärker zur Primärenergieeinsparung beitragen.
1. Persönliches Engagement
Privatpersonen, aber auch manche Betriebsinhaber, investieren sehr viel in die Umwelt und in einen verantwortlichen Umgang mit Energie. Dies kann finanzieller Art sein oder ideell unterstützend, durch Arbeitseinsatz oder Öffentlichkeitsarbeit. Bei den Privatpersonen kann sich dies z.B. auf den eigenen häuslichen Bereich, die Nachbarschaft, das Lebensumfeld erstrecken. In Betrieben kann sich dies z.B. auf überdurchschnittliche Investitionen in die Zukunft (längere Amortisationszeiten über das sonst übliche Maß hinaus, wenn damit langfristig die Betriebskosten sinken), auf organisatorische Unterstützung auch der Mitarbeiter, die Unternehmensführung, die Belegschaften oder einzelne Mitarbeiter erstrecken.
2. Primärenergieeinsparung
Bei der Bewertung der erzielten Energieeinsparung wird auf die eingesetzte fossile Primärenergie abgestellt, um auch die Effizienzsteigerungen im Umwandlungsbereich sowie den Einsatz der Erneuerbaren Energien berücksichtigen zu können. Dabei wird der Vergleich gegenüber dem Vorjahr (unter Berücksichtigung ungewöhnlicher Ereignisse, temperaturbereinigt) bzw. einem Durchschnitt der vorangegangenen 3 Jahre herangezogen. Wenn dies nicht quantitativ belegt werden kann, dann muss die Verbesserung in der Beschreibung nachvollziehbar und plausibel dargelegt werden.
3. Innovationsgrad
Mit dem Preis sollen besonders wegweisende und vorbildliche bauliche und technische Lösungen sowie organisatorische Modelle ausgezeichnet und dadurch zur Nachahmung empfohlen werden. Um einen möglichst hohen Grad der Nachahmung zu initiieren, sollen es keine Versuchsanlagen sein, sondern Geräte mit Marktreife und höchster Effizienz sowie über den allgemeinen Trend hinaus gehende Maßnahmen und Initiativen, um zu zeigen, dass auch schon heute mehr möglich ist als der Standard. Es muss also immer die Kür sein, ohne das Augenmaß der Umsetzbarkeit im Privaten und gewerblichen Bereich zu verlieren.
4. Kooperation und Multiplikatoreffekt
Die Themen Energieeinsparung und Ressourcenschonung gehen alle an, jeder kann an seinem Platz etwas tun. Allerdings ist es auch eine gesellschaftliche Gesamtaufgabe, die in besonderem Maße eine Kooperation zwischen den Energieverbrauchern, den Produzenten und Händlern, den Handwerkern und Bildungsinstituten, in Hausgemeinschaften und Belegschaften u.a. erfordert. Es wirken viele mit an den verschiedenen Stellen der Wertschöpfungs- und Umsetzungskette, um besonders gute Lösungen zu finden. Wenn diese positiven Aktionen zum Schutz der Umwelt darüber hinaus ausstrahlen in das Umfeld, die Kundschaft oder das eigene Wirken in Vereinen, Kirchen u.a. dann gibt es hier einen zusätzlichen Multiplikatoreffekt, der positiv in die Bewertung eingeht.
5. Einbindung in ein Gesamtkonzept
Maßnahmen zur Energieeffizienz und zur Nutzung erneuerbarer Energien erfordern eine gute Einbindung in den Gesamtkontext, z.B. die Abstimmung Bau- und Versorgungstechnik oder Energieeffizienz und Erneuerbare Energien. Meist ist es dann ein Bündel von Maßnahmen, das zu einer erfolgreichen Verbesserung gehört. Dies wird in der Praxis oft nicht gemacht, weil die Zusammenhänge nicht klar sind oder aus Finanzierungsgründen nur stufenweise vorgegangen werden kann. Preiswürdig sind dabei sowohl realisierte Gesamtkonzepte, aber auch eine Maßnahme, der ein Gesamtkonzept als Realisierungsrahmen für die einzelnen Maßnahmen zu Grunde liegt.